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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Artikel

Präsentation des Anti-Atom-Bündnis Berlin Potsdam zum Fachgespräch: "Forschungsreaktoren in Deutschland - Probleme und Herausforderungen" am 11. Juli 2016 veranstaltet durch die Bundestagsfraktion der Grünen"

Fachgespräch - Tonmitschnitt

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Ein Loch ist im Eimer, Karl Otto, Karl Otto,
Ein Loch ist im Eimer, Karl Otto, ein Loch.
Dann stopf es, o Henry, o Henry, o Henry,
Dann stopf es, o Henry, o Henry stopf es zu.

Schon Henry ist es nicht leicht gefallen, das Loch zu stopfen.

Wie ist es gewesen mit Riss in der Schweißnaht zwischen dem Kühlrohr und einer Trennwand im Reaktor, 60 cm über dem heißen Kern?

Die Berliner Atomaufsicht gewährte Akteneinsicht.

Vorweg: Die Bauteile, um die es hier geht: Trennwand, Trenntor, Schweißnaht, Kühlmittelrohr sind alle aus dem gleichen Material, AlMg3, also Aluminium mit 3% Magnesium; sie stammen aus dem Jahr 1972, dem Baujahr des BER II; sie wurden 1980-1985 bei der Erweiterung von 5 auf 10 MW nicht erneuert.

Seit Juni 2012 liegt das Ergebnis der von der Reaktorsicherheitskommission (RSK) durchgeführten Sicherheitsüberprüfung der drei noch verbliebenen sogenannten Forschungsreaktoren in Deutschland vor. Das Ergebnis ist für die Berliner Bevölkerung alarmierend. Doch der Berliner Senat und die Verwaltung glänzen durch Untätigkeit.

Die RSK ist ein vom Bundesumweltministerium berufenes, zwölfköpfiges Beratergremium, das so zusammengesetzt ist, "dass die gesamte Bandbreite der nach dem Stand von Wissenschaft und Technik vertretbaren Anschauungen repräsentiert ist."

Vom Gelände des HZB sind in einer Nacht-und Nebel-Aktion am 24.07.2012 abgebrannte Brennelemente aus dem Reaktor BER II zur Verschiffung nach Nordenham transportiert worden. Der Transport erfolgte auf der Straße über Berliner Stadtgebiet und ging weiter durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt in den niedersächsischen Hafen Nordenham. Spätestens dort wartete weiteres Helmholtz-Material (abgebrannte Brennelemente aus Geesthacht) zur Einschiffung. Besonders prekär: in Braunschweig wurde als Beiladung Plutonium mitgenommen.

 
Die "Oceanic Pintail" hat lediglich eine Woche später ein einziges Ortungssignal auf Höhe der Azoren von sich gegeben und ist für zivile Nachforschungen seitdem nicht mehr erreichbar.

Strukturelle Verantwortungslosigkeit

Nach mehr als einem Jahr Stillstand ist der älteste Atomforschungsreaktor Deutschlands am 28. März wieder in Betrieb genommen worden. Der Forschungsreaktor BER II in Berlin-Wannsee ist zwar klein und hat nur wenige Kilogramm Brennelemente als radioaktives Inventar, aber dennoch bildet er ein hohes Gefahrenpotential: Denn er besitzt kein Containment und ist technisch völlig veraltet. Gegen die Wiederinbetriebnahme wehrt sich das Berlin / Potsdamer Anti-Atom-Bündnis.

Foto KundgebungAufgrund einer kleinen Anfrage der Piratenpartei zur Sicherheit des Forschungsreaktors, die im Berliner Abgeordnetenhaus im Januar behandelt wurde, kam es im März 2012 zu Anhörungen von Sachverständigen im Umweltausschuss der Berliner Landtages. Dabei kamen einige neue interessante Details ans Tageslicht.