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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

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Foto Schutzkleidung

Der Reaktor (Baujahr 1973) ist technisch überholt und weist große Mängel auf. 1989 wurde er erweitert und modernisiert, allerdings nicht nach dem vorgeschriebenen "neuesten Stand von Wissenschaft und Technik". Im Forschungsreaktor werden mittels Kernspaltung Neutronen gewonnen, mit deren Hilfe u. a. Materialforschung betrieben wird. Die Parteien und die Betreiberfirma, die Helmholtzgesellschaft Berlin (HZB) verschweigen, dass es Alternativen gibt. Neutronen können heute ohne Kernspaltung mittels Spallationsquellen gewonnen werden. Entsprechende Anlagen gibt es in England und der Schweiz.

Der Forschungsreaktor im Helmholtz-Zentrum überdauerte die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima, genauso wie die Rot-Grüne Koalition unter Walter Momper, in der die Umweltsenatorin Michaela Schreier die Anlage schließen wollte. Auch die Diskussion der Flugrouten konnte dem Reaktor nichts anhaben. Doch jetzt scheint das Ende des Reaktors nahe zu sein. Ausgerechnet auf Grund der Aussagen eines ehemaligen Abteilungseiters des HZB’s.

BER II, so der Name des Forschungsreaktors, wurde am 9. Dezember 1985 offiziell eingeweiht. Das ist jetzt immerhin über 26 Jahre her. Dr.-Ing. Karl Thilo Scholz, Jahrgang 1968, war von Dezember 2007 bis zu seiner Entlassung am 18. Februar 2011 der Leiter für Konstruktion und Werkstätten der Standorte Wannsee und Adlershof. Seine Abteilung kümmerte sich um die Solarforschung, um den Reaktors und um die Versuchsapparaturen am Reaktor.

„Wir waren nicht für technische Probleme im Tagesbetrieb zuständig, sondern für Umbauten an der Anlage,“ erklärt Scholz seine Arbeit. Darunter fällt auch ein Riss in der Kühlwasserleitung. „Für mich war nicht das alarmierende der Riss selber, sondern, dass es überhaupt zu einem Riss gekommen ist. Das ist ein Indiz für die Versprödung des Materials,“ erklärt Dr. Scholz und rechnet aus, dass der Reaktor eine Laufzeit von über 20 Jahren hinter sich hat.

Infos zum Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums Berlin (früher Hahn-Meitner-Institut)

Kurz vor Inbetriebnahme des Forschungsreaktors befanden wir uns in einer Zeit des Kalten Krieges: die sog. „friedliche Nutzung“ der Atomkraft, war immer engverzahnt mit einer aggressiven Atompolitik, die auf drohen und abschrecken baute und uns immer einen Millimeter nahe am weltweiten Atomkrieg hielt. Ab 1955 durften deutsche Wissenschaftler wieder offiziell Atomforschung betreiben. Fast zeitgleich mit der Gründung des Atomministeriums, konstituierte sich um 1956 unter dem Vorsitz von Franz Josef Strauß die Deutsche Atomkommission. 1957 wurde dann der Grundstein für das Berliner Atomforschungszentrum gelegt, eines der fünf nuklearen Großforschungszentren der BRD.