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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

2019 Fukushima DemoKazaguruma Demo zum Fukushima Jahrestag am 09.03.2019

Am Samstag, dem 9. März 2019, kamen mehr als 300 Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz um 12 Uhr anlässlich des Jahrestages der Katastrophe im Atomkraftwerk im japanischen Fukushima zusammen, um mit den japanischen Aktivisten in Berlin an die unverantwortliche Atomkatastrophe vor 8 Jahren zu erinnern, aber gleichzeitig der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass die Kernenergie weiterhin eine große Gefahr für die Menschheit darstellt.

Zu der Demonstration unter dem Motto "Die nukleare Kette brechen!" hatten unter anderem Sayonara Nukes Berlin, die Naturfreunde, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Anti-Atom Berlin aufgerufen

Die Gruppe „Mad World Dance“ zeigte vor Beginn der Kundgebung eine Auftaktperformance und drückte körperlich und tänzerisch seine politischen oder gesellschaftskritischen Botschaften in Bezug auf die Schäden der Atomenergie aus.

Da in den Medien das Thema zunehmend in den Hintergrund getreten ist, versuchten die Teilnehmer auf die Lebensrisiken der Atomkraftwerke aufmerksam zu machen und verstärkt den öffentlichen Fokus auf Erneuerbare Energien zu lenken.

Uwe Hiksch von den Berliner Naturfreunden begrüßte zunächst alle Anti-Atom-Aktivisten.

Über die gesamte Dauer der Kundgebung und Demo hielten die Teilnehmer demonstrativ von den Organisationskomitee selbstgebastelte Windräder.

Die erste Rednerin, eine japanische Atomaktivistin, die von der aktuellen japanischen Energiepolitik berichtete. Sie wies auf ein Vorhaben der Regierung hin, dass Teil des radioaktiven Mülles ins Wasser kippen und damit das Sterben von Lebewesen in Kauf nehmen wollte. Das verseuchte Wasser sei angeblich gereinigt. Da eine Prüfung ergab, dass das Wasser noch radioaktive Stoffe enthält, wurde dieser Plan jedoch verschoben. Der Bau von japanischen Atomkraftwerken in Vietnam und der Türkei sei zudem ausgesetzt. Viele Menschen lebten noch in Notunterkünfte. Trotz der radioaktiven Verseuchung seien vor allem ältere Menschen in Ihre Häuser zurückgekehrt, jüngere Menschen weigerten sich jedoch. Über Atomkriege werde viel gesprochen, am die Havarie in Fukushima habe den gleichen Stellenwert und die gleichen Folge, deshalb dürfen keine weiteren Atomkraftwerke gebaut werden.

Ein weiterer langjähriger Aktivist, Hubert Weiger (BUND-Vorsitzender) kritisierte die unernsten Bemühungen der Bundesregierungen für eine geplante Energiewende. Noch immer gäbe es noch 7 laufende Atomkraftwerke in Deutschland und produzierten weiterhin Atommüll, den wir nirgends unterbringen können. Daher fordere er einen sofortigen Ausstieg. Millionen Jahre müssen die kommenden Menschengenerationen dafür sorgen, dass der radioaktive Müll nicht in Berührung mit anderen Kreisläufen komme. Das sei nicht realisierbar. Die Förderung von erneuerbaren Energien werde nicht hinreichend vorangetrieben, damit diese Energiewende gelingen könne. Außerdem sei Deutschland in der Pflicht als mächtiger EU-Staat auch in anderen Staaten mit Überzeugungsarbeit auf eine Energiewende hinzuweisen. Stattdessen würden Institutionen wie EURATOM weiter unterstützt und nicht in Frage gestellt.

Das berechtige viele Staaten weiter Atomkraftwerke in Auftrag zu geben und zu bauen.

Ein Vertreter von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen forderte ein Verbot aller in der globalen Welt eingesetzten und produzierten Atomwaffen. Dabei existiere seit 2017 ein Atomwaffenverbotsvertrag, dem bisher 70 Staaten unterzeichnet und zugestimmt haben. Der bisherige Nichtbeitritt Deutschlands zum Vertrag beweist, dass die Regierung weiterhin den Einsatz von Atomwaffen tolerieren möchte, ohne es als menschenverachtendes Mittel anzuerkennen. Er forderte die Bundesregierung zur Unterzeichnung auf.

Gegen 12:30 Uhr startete die Demo schließlich bunt und mit hunderten Windrädern (Kazaguruma) in den Händen der Teilnehmerinnen begleitet von einer Trommelgruppe, Tanz und Musik vom Brandenburger Tor über Wilhelmstraße, Reichstagsufer, Friedrichstraße und Unter Den Linden zurück zum Pariser Platz. Angeführt wurde die Demo von der Trommelgruppe von Greenpeace, die immer wieder riefen: „Atomkraft endlich abschalten! Jetzt endlich abschalten“.

Viele Teilnehmer hielten trotz des heftigen Windes Transparente und Plakate während der Demo.

Zurück am Brandenburger Tor wurde noch eine Abschlusskundgebung durchgeführt, in der 3 Redebeiträge von BUND, Anti-Atom Berlin und Greenpeace Energy gehalten wurden.

Alle Rednerinnen forderten:

  • Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit.
  • Auflösung von EURATOM und aller anderen die Atomtechnik fördernden Organisationen.
  • Umlenkung aller der Atomtechnik gewidmeten Fördermittel und Subventionen zugunsten erneuerbarer Energien und einer zivilgesellschaftlich kontrollierten Forschung zum Umgang mit dem Atommüll.
  • Weltweites Verbot aller Atomwaffen. Deutschland und Japan müssen dem „Vertrag über das Verbot von Kernwaffen“ der UNO beitreten.

Eine Musikgruppe zeigte nach der Abschlusskundgebung eine musikalische Darbietung.

Die Kundgebung ging schließlich um 14 Uhr zu Ende.

Ein Beitrag von A.Y.

Aufruftext

Weitere Informationen unter http://kazagurumademo.de/

Die Veranstalter:

Anti Atom Berlin » www.antiatomberlin.de
NaturFreunde Berlin » www.naturfreunde-berlin.de
Sayonara Nukes Berlin » www.sayonara-nukes-berlin.org