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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

BUND Hessen - Pressemitteilung vom 24.03.2021:

Zehn Jahre nach Stilllegung des AKW Biblis hat die Landesregierung noch immer kein Gesamtkonzept zur Entsorgung des radioaktiven Mülls. Der BUND Hessen kritisiert das.

Anlässlich des Antrags der CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag (Drs. 20/5360) zur Entsorgung der Abfälle aus dem Abriss der Atomreaktoren fordert der Landesverband Hessen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) die Landesregierung auf, 10 Jahre nach Stilllegung des AKW Biblis endlich ein Gesamtkonzept vorzulegen, welche Mengen radioaktiven Abfalls wann zu welcher Entsorgung gebracht werden sollen und wie die Strahlenbelastung von Arbeitern und Bevölkerung minimiert werden kann.

Der Umweltverband verweist darauf, dass es begründete wissenschaftliche Kritik an den Modellen gibt, von denen die gesetzlich festgesetzten Grenzwerten abgeleitet wurden und der Antrag auf mangelhafte Einschätzung zu hessischen Deponiekapazitäten beruht. Zudem werde der Atommüll ausgespart, der in den Wirtschaftskreislauf abgegeben wird.

„Wenn die Modelle nicht belastbar sind und man nicht weiß, ob diese vor Ort eingehalten werden, stimmt das ganze System der Freigabe radioaktiver Abfälle nicht.“, sagt Dr. Werner Neumann, BUND-Atomexperte.

 .ausgestrahlt (05.03.2021):

 Gefährliche Risse!

Untersuchungen im AKW Neckarwestheim‑2 haben im Juni 2020 zum vierten Mal in Folge Schäden in den Dampferzeugern aufgedeckt. Mehr als 300 Rohre weisen zum Teil tiefgehende und lange Risse auf. Die Ursache ist bis heute nicht behoben. Damit besteht die akute Gefahr, dass weitere Risse entstehen und Rohre spontan abreißen. Expert*innen warnen, dass ein solcher Bruch einen Störfall bis hin zur Kernschmelze auslösen könnte.

AKTUELL:

Ein Gutachten des Reaktorsicherheitsexperten Dipl.-Ing. Dieter Majer, Ministerialrat a.D. und ehemals einer der höchsten Atomaufseher im Bundesumweltministerium, erhebt schwere Vorwürfe gegen die dem grünen Umweltministerium in Stuttgart unterstellte Atomaufsicht. Die angeblichen Sicherheitsnachweise, mit denen die Behörde den Weiterbetrieb des Riss-Reaktors rechtfertigt, fußen auf falschen Grundlagen. Für derlei Nachweise zwingend notwendige Voraussetzungen sind in Neckarwestheim nicht gegeben. Die Nachweise, so Majer, seien daher fehlerhaft und nichtig, der Reaktor wegen akuter Gefahr für die Bevölkerung umgehend vom Netz zu nehmen. Das SWR-Politmagazin "Zur Sache Baden-Württemberg" macht die Vorwürfe in seiner Sendung am 04.03.2021 (SWR, 20:30) öffentlich.

 Link: https://www.ausgestrahlt.de/informieren/atomunfall/gefahr-neckarwestheim/

 

Zum Filminhalt: Der 94-minütige Dokumentarfilm ATOMKRAFT FOREVER beschreibt das Scheitern des Menschheitstraums vom billigen und sicheren Atomstrom und seine Folgen – den riskanten, jahrzehntelangen Rückbau der Kraftwerke und die umstrittene Suche nach einem Endlager für eine Million Jahre. Derweil betreibt die Hälfte der EU-Staaten weiterhin Atomkraftwerke, die französische Nuklearindustrie verhöhnt den deutschen Ausstieg als „lächerlich“.

Aus einem Brief an das Anti-Atom-Bündnis:

"Corona bestimmt nach wie vor unseren Alltag und erschwert jede Form von Veranstaltung oder macht sie gleich ganz unmöglich. Aber es gibt ein Leben nach dem Lockdown und dann werden wir wieder Gelegenheit haben, über andere wichtige Themen ins Gespräch zu kommen. Deshalb möchten wir Sie gern auf unseren preisgekrönten Dokumentarfilm ATOMKRAFT FOREVER (94 Min., B/R: Carsten Rau) hinweisen, der gerade seine Uraufführung auf der DOK Leipzig hatte.

Ab 18. März 2021 kommt der Film mit dem provokanten Titel bundesweit ins Kino und geht danach – wenn es denn möglich ist – auf Kino-Tour. Dann steht der Film auch für Sondervorführungen mit anschließenden Podiumsdiskussionen zur Verfügung. Bei unseren vergangenen Kinofilmen haben wir erfolgreich mit Interessenverbänden und regionalen Organisationen zusammengearbeitet, die dabei auch ihre eigene Arbeit präsentieren und Themendiskussionen anstoßen konnten.

Am 11. März 2021 wird zum 10. Jahrestages des Reaktorunfalls von Fukushima eine internationale online Konferenz "Global Conference for a Nuclear Free, Renewable Energy Future: 10 Years Since Fukushima" veranstaltet. Den Zeitablauf findet man auf der Webseite der Konferenz. Bitte beachtet, dass sich die Zeitangaben 10 bis 22 Uhr auf Japan beziehen!

Die Organisatoren schreiben:

Zehn Jahre sind seit dem großen Ostjapan-Erdbeben und der Katastrophe im TEPCO-Kernkraftwerk Fukushima Daiichi vergangen. Viele Länder auf der ganzen Welt haben aus den Lehren der Katastrophe gelernt und große Schritte in Richtung Null-Atomkraft und der Förderung erneuerbarer Energien unternommen. Japan, das Land, das für den Unfall verantwortlich ist, hat es jedoch versäumt, eine Entscheidung für Null-Atomkraft zu treffen und hinkt dem Rest der Welt weit hinterher.

.ausgestrahlt: 12. November 2020:

Die Vattenfall-AKW Brunsbüttel und Krümmel hatten schon vier Jahre lang, also seit 2007, aufgrund von Störfällen und technischen Mängeln keinen Strom mehr erzeugt, als der Bundestag 2011 ihre endgültige Stilllegung beschloss. Diese Unfähigkeit der AKW-Betreiber, ihre Anlagen sicher zu betreiben, wird jetzt vom Bundesverfassungsgericht noch belohnt. Der Staat muss für nicht in Anspruch genommene "Reststrommengen" Schadenersatz zahlen.