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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Sehr geehrte Biobauern, Planer, Beschäftigte und Engagierte des Anbauverbandes Demeter e.V.,
sehr geehrte Inhaber, Betreiber und Beschäftigte von Unternehmen, die Bio-Produkte verarbeiten oder vermarkten!

In der Öffentlichkeit, u.a. bei den Mitgliedern des Anti-Atom-Bündnisses in Berlin und Potsdam, entsteht der Eindruck, dass Sie in der von der Atomlobby im Rahmen der Klimadebatte losgetretenen Diskussion für eine Renaissance der Atomenergie eintreten. Dies geschieht in Verbindung mit der Werbekampagne des Handelsunternehmens Denn´s, das zurzeit den Slogan "Kernkraft? Ja bitte!" aggressiv in der Öffentlichkeit lanciert. Hier ist Ihr Anbauverband bzw. Ihr Unternehmen / Unternehmensgruppe als Unterstützer aufgeführt.
"Kernkraft" steht im öffentlichen Sprachgebrauch eindeutig als Synonym für die Atomkraft, was durch eine Recherche im Internet leicht nachvollziehbar wird.

Auch auf erneute Nachfrage bezeichnet Denn´s es als "Missverständnis", dass "Kernkraft? ja bitte" mit "Atomkraft? ja bitte" in Zusammenhang stehen könnte. Denn´s hat sich in u.a. Ihrem Namen weiter auf diese Art der Propaganda festgelegt und sich nicht von dem Synonym für "Kernkraft" = "Atomkraft" distanziert, um Verzeihung gebeten oder die Angelegenheit öffentlich dementiert. Das legt die dringende Vermutung nahe, dass Denn´s nicht Willens ist oder sogar vertraglich gebunden dazu nicht in der Lage ist.

Die Wahrscheinlichkeit, dass insbesondere Ihre Radio- und Kino-Werbungen bei den Bürgern missverstanden und im Unterbewusstsein falsch abgelegt werden, ist sehr hoch. Für uns wurden damit ethische / moralische Grenzen in der Werbung klar überschritten.

Deshalb richtet das Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam die Fragen an Sie:

  • Haben Sie, als wesentliche Stütze des Biolandbaus, als bedeutender ökologischer Anbauverband bzw. ökologisch und nachhaltig arbeitendes Unternehmen (arbeitende Unternehmensgruppe) sich dieser Werbekampagne wissentlich angeschlossen oder diese ausgelöst? D.h., wird diese Werbung tatsächlich in Ihrem Namen veröffentlicht?
  • Wenn ja, haben Sie Geld von der Atomindustrie dafür erhalten?
  • Wenn ja, wie vereinbaren Sie diese Propaganda mit Ihrem jahrzehntelangen Kampf für Fruchtbarkeit, die Erhaltung unserer Lebensbedingungen und mit Ihren strengen Verbandsrichtlinien bzw. Ihrer grundsätzlich ökologischen Firmenphilosophie?
  • Wenn nein, würden Sie sich klar und öffentlich gegen die Atomkraft positionieren? Auch gegenüber Denn´s? Dazu können Sie gern die Grafik im Anhang nutzen. Sie ist vom Grafiker dafür frei gegeben.

Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Antwort ist von großem öffentlichen Interesse, weil davon ausgegangen werden kann, dass sonst Ihr "Kernkraft? ja bitte" als eine Verhöhnung aller Kernkraftopfer empfunden würde, von allen, die Opfer kennen, behandelt haben, sterben sahen, die für das Ende dieser gefährlichen Energie gekämpft haben, die sich ernsthaft mit der Suche nach einer Endlagerung der Hinterlassenschaften der Kernenergie befassen, die versuchen, ein Freimessen und Ausbreiten der strahlenden Abfälle der Kernenergie zu verhindern und dieses Thema für zu belastet halten, als dass man damit eine Propagandakampagne und Geschäfte macht, ohne in den Verdacht zu geraten, das Wort "Kernkraft" wieder salonfähig machen zu wollen. Wer die Aggressivität der erneuten, kommerziellen Werbemanöver der Kernkraftbefürworter mit all ihren Tricks erlebt hat, (z.B. sich fälschlicherweise als Retter des Klimas hinzustellen,) könnte Ihren Verband bzw. Ihr Unternehmen nur meiden - es sei denn, Sie machen deutlich, das Sie zwar für Körner, aber ebenfalls für "Atomkraft, nein danke" stehen.
Zu Ihrer Information finden Sie die Presseerklärung des Anti-Atom-Bündnisses in Berlin und Potsdam im Anhang.

Bitte beachten Sie, dass es vorgesehen ist, Ihre Reaktion zu veröffentlichen.
Mit der dringenden Bitte um eine Antwort und öffentliche Klarstellung

Mitglieder des Anti-Atom-Bündnisses in Berlin und Potsdam