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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Am 16.02.2018 hat das Bundesumweltministerium (BMUB) gemeinsam mit den Bundesländern, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) ein Portal zur Sicherheit in der Kerntechnik freigeschaltet (www.nukleare-sicherheit.de).

Ein Hauptschwerpunkt scheint die Information rund um die Stilllegung kerntechnischer Anlagen zu sein. Z.B. wurden in Deutschland über 30 Forschungsreaktoren unterschiedlicher Größe endgültig abgeschaltet, zum Teil wurde auch schon deren Stilllegung beendet. Zu den Forschungsreaktoren, deren Stilllegung beendet ist, wird auch der BER I gerechnet. Das scheint wohl ziemlich blauäugig zu sein, denn ein Abbau, wie er in diesem Dokument allgemein dargestellt ist, hat nicht stattgefunden. Ein Thema, dem sich die neu gegründete Dialoggruppe beim HZB zuwenden muss.

Am 21.11.2017 startete der vom HZB angeregte Dialogprozess zur Stilllegung und zum Rückbau des Atomreaktors BER II in Wannsee mit einer Infoveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit.

Bei einem ersten weiteren Treffen von Mitarbeitern des HZB und der offenen, zivilgesellschaftlichen Begleitgruppe am 15.01.2018 wurden erste organisatorische Überlegungen angestellt. U.a. wurde auch besprochen, dass das Thema "transparente und allumfassende, auch dissensbeschreibende Öffentlichkeitsarbeit" bei einem der nächsten Treffen der Dialoggruppe intensiv bearbeite werden soll.

So kam es natürlich zu Irritationen, als am 05.02.2018 in der Printausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung (online ab 16.02.2018: http://www.maz-online.de/Brandenburg/Helmholtz-Zentrum-baut-2019-Reaktor-ab) unabgesprochen und einseitig Informationen des HZB dargestellt wurden.

Am 05.02.2018 erschien in der Märkischen Allgemeinen Zeitung der Artikel "Helmholtz-Zentrum baut 2019 Reaktor ab", der online ab dem 16.02.2018 verfügbar war unter: http://www.maz-online.de/Brandenburg/Helmholtz-Zentrum-baut-2019-Reaktor-ab

Uns liegt ein Leserbrief an die MAZ vor, der bei uns in ungekürzter Fassung nachzulesen ist:


Sehr geehrter Herr Braun,

mit Ihrer im Artikel verwendeten Wortwahl (neudeutsch "wording") verharmlosen Sie die Kritik, Bedenken und Ängste "besorgter BürgerInnen" und machen sie z.T. lächerlich.
Vieles reden /schreiben Sie im wahrsten Sinne des Wortes klein und schwächen Gefahrenpotentiale (die auch von der Reaktorsicherheitskommission aufgeführt wurden) ab bzw. führen sie nicht an:

# Der Atomreaktor ist nicht nur klein, sondern geradezu "mini", ein "Mini-Meiler".
Das Wort "Meiler" stammt noch aus Vor-Atom-Kernspaltungszeiten" und man verbindet damit erst mal nichts "Beunruhigendes" wie Atombombe, Supergau /Tschernobyl, Fukushima usw.
Darüber hinaus ist dieser "Meiler" auch noch "mini"!, d.h. kleiner als klein. Zwar ist er im Vergleich zu Kraftwerksreaktoren "klein" - "klein" aber "oho", was sein Gefahrenpotential betrifft: Auch bei ihm ist ein Unfall möglich, und das wäre etwas

# "Unangenehmes" ("der Super-GAU?"), das "passieren könne, da - wenn auch nur "in kleinem Maße "schwach angereichertes Uran" gespalten werde.
Die gängige Übersetzung zu LEU ist "niedrig angereichertes Uran" im Vergleich zum HEU "hoch angereichertes Uran", das als (atom-)"waffentaugliches" Uran bezeichnet wird "Schwach angereichertes Uran" führt bei Havarien aber nicht – wie es hier klingen soll – zu "schwächeren" Unfallfolgen.
Und was heißt hier "in kleinem Maße"?

Aus der Pressemitteilung "Ärztetagsbeschlüsse gegen die Freisetzung von gering radioaktivem Material aus dem Rückbau von Atomkraftwerken haben Bestand" (03.02.2018)

Die Vertreterversammlung der Landesärztekammer Baden-Württemberg und der Deutsche Ärztetag haben in 2016 und 2017 Entschließungen verabschiedet, in denen sie vor der Verharmlosung möglicher Strahlenschäden durch die allgemeine Wiederverwertung gering radioaktiven Restmülls aus dem Rückbau von Atomkraftwerken oder deren Einbau in konventionelle Bauschuttdeponien warnen. In den Entschließungen wurden die zuständigen Behörden aufgefordert, den beim Rückbau anfallenden gering radioaktiven Restmüll stattdessen auf den Kernkraftwerksgeländen zu verwahren. Zur tiefergehenden Befassung mit der Thematik fand am 03. Februar 2018 in Stuttgart ein Symposium der Landesärztekammer statt, das sich mit Rückbaukonzepten und den gesundheitlichen Risiken gering radioaktiver Strahlenbelastung befasste. Bei der gut besuchten Veranstaltung wurden das Freimessverfahren und die geltenden Konzepte des Strahlenschutzes von Befürwortern und Kritikern des Verfahrens kontrovers diskutiert.

https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/03022018_Freisetzung.pdf

Alle am Dialogprozess interessierten (registrierten) Bürger und Gruppen erhielten die nachfolgende Einladung.

Da das HZB und die Mediatoren mehrfach betonten, dass keiner ausgegrenzt werden soll, das HZB jedoch diesen Termin weder als Pressemitteilung noch unter http://www.helmholtz-berlin.de/projects/rueckbau/dialog_de.html öffentlich gemacht hat, zitieren wir aus der Einladung des HZB vom 05.01.20187.

Sehr geehrter Herr ...,

der 15. Januar rückt näher und damit das erste Treffen der Dialoggruppe für den Rückbau des Forschungsreaktors BER II des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB). Sie hatten sich bei der Informationsveranstaltung zu diesem Thema im November 2017 gemeldet, dass Sie in dieser Gruppe mitarbeiten möchten. Darüber freue ich mich sehr und sende Ihnen gern noch einmal Ort und Uhrzeit: Wir treffen uns am 15. Januar (Montag) um 18 Uhr im verdi-Bildungszentrum, Koblankstraße 10, Berlin-Wannsee.