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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Der Reaktorleiter Stephan Welzel hatte am 26.06.2019 bei der FU-Veranstaltung "Der Forschungsreaktor in Wannsee: das Dialogverfahren zum Rückbau" im Rahmen der FU
Veranstaltungsreihe "Der Atomkonflikt in Deutschland – bis in alle Ewigkeit?" den Abschalttermin auf Mittwoch 11.12.2019 vorverlegt.

Also noch 14 Wochen bis zur Abschaltung. Grund genug, an dieser Stelle einen Count down zu veröffentlichen. Countdown10

Im Katastrophenfall gehen die Behörden davon aus, dass in einem Umkreis von 4 km um den Berliner-Experimentier-Reaktor zur Vorbeugung von Schilddrüsenkrebs 9 600 Berliner Haushalte und 28 800 Potsdamer/Brandenburger Haushalte mit Kaliumiodit-Tabletten versorgt werden müssen.
Je nach Windrichtung und -stärke sind diese Menschen wegen der Wohnort-/Aufenthaltsnähe SOFORT mit den Tabletten zu versorgen, denn die Wirkung ist nur gegeben, wenn das Jod VOR dem Eintreffen der radioaktiven Wolke eingenommen wird. Bereits 10 Stunden danach ist die Einnahme völlig wirkungslos, ja, sie wirkt dann sogar schädlich, weil dann das bereits aufgenommene radioaktive Jod länger in der Schilddrüse verbleibt, als ohne konzentrierte Normal-Jodgabe.

 

In Berlin, Potsdam und Brandenburg sehen die Katastrohenschutzpläne unterschiedliche Verteilungsstrategien vor. Während Tablettenpackungen in Berlin aus „Einsatzfahrzeugen der Polizei auf die jeweiligen Grundstücke bzw. vor die Hauseingangstüren" geworfen werden sollen, liegt die Verteilung in Brandenburg/Potsdam bei den jeweiligen Feuerwehren (die Einbeziehung von Taxifahrern wurde in Potsdam nach Protesten 2010 gestoppt). Die Planung der Routen, die Zahl der Einsatzkräfte und die jeweiligen Aktualisierungszeiträume für die Verteilerlisten sind nicht öffentlich einsehbar.

Wie des Weiteren gewährleistet sein soll, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb von kürzester Zeit die vordringlichst gefährdeten Menschen (Schwangere, Kinder und Jugendliche, Erwachsene bis 45 – dazu gehören auch Touristen und Pendler) versorgt werden können, ist nicht nachvollziehbar.

Es ist davon auszugehen, dass die betroffenen Menschen bei Meldung des Alarms der vorgesehenen Anweisung „Bleiben Sie in geschlossenen Räumen“ NICHT nachkommen werden, sondern, dass sie als Mütter, Väter, Großeltern aufbrechen werden, um ihre Kinder in Kitas und Schulen abzuholen. Die Erzieher und Lehrer dort sind außerdem zumeist nicht autorisiert, den Kindern die Medikamente zu verabreichen, werden sich also erst einmal rückversichern müssen, was ebenfalls wieder wertvolle Zeit kosten wird.

Eine chaotische Fluchtbewegung mit Autos aus der Stadt wird einsetzen und zudem die Straßen verstopfen, was die Verteilung zudem behindern, wenn nicht gar unmöglich machen wird.

Es ist also festzustellen:

Da das mit der Bereitstellung der Jodtabletten gegebene Schutzversprechen in Berlin/Potsdam rein praktisch nicht eingehalten werden kann, und damit das „Schutzgut Mensch“ im Falle einer möglichen Katastrophe unabwendbaren Gefahren ausgesetzt wird, konnte die Verantwortung der Katastrophenschutzbehörden in den vergangenen Jahren nur darin liegen, alles zu unternehmen, damit der Wannsee-Reaktor SOFORT außer Betrieb geht. Dieser Verantwortung wurden und werden die Behörden nicht gerecht, ja, sie handeln mit der Haltung „Wir sind vorbereitet, es wird schon alles gut gehen, außerdem haben wir ja Tabletten für den Ernstfall eingelagert“ dem grundgesetzlich verbürgten Recht der Menschen auf körperliche Unversehrtheit entgegen und sie verunmöglichen die demokratische Entscheidungsfindung durch Intransparenz zugunsten einzelner gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Interessengruppen.

 

Weiterführende Informationen mit Quellenangaben finden Sie hier:

https://www.atomreaktor-wannsee-dichtmachen.de/wissenssammlung.html S.67ff.

 

Collage, Text und Screenshots: H.F.

Die älteren Count down's finden Sie unter dem Menüpunkt "Stilllegung und Rückbau"