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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Der Reaktorleiter Stephan Welzel hatte am 26.06.2019 bei der FU-Veranstaltung "Der Forschungsreaktor in Wannsee: das Dialogverfahren zum Rückbau" im Rahmen der FU Veranstaltungsreihe "Der Atomkonflikt in Deutschland – bis in alle Ewigkeit?" den Abschalttermin auf Mittwoch 11.12.2019 vorverlegt.

Also noch 11 Wochen bis zur Abschaltung. Grund genug, an dieser Stelle einen Countdown zu veröffentlichen. Countdown13

Vergangene Woche --am 19.09.2019-- konnte das Gelände des DDR-Forschungsreaktors in Dresden-Rossendorf nun endlich, nach mehr als 28 Jahren aufwändigen Rückbaus zur „grünen Wiese“, aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen werden. Er war schon 1991 stillgelegt worden.

Was können wir daraus für die Stilllegung des BER II lernen? Wir müssen uns auf sehr, sehr viele Jahre einstellen, bis auch der Wannsee-Reaktor ganz verschwunden ist.

Der Forschungsreaktor in Rossendorf war zwar ein anderer Reaktortyp (Leichtwasserreaktor sowj. Bauart Typ WWR-SM), wurde aber mit der gleichen 10 MW -Leistung ebenfalls hauptsächlich als Neutronenquelle für die Forschung genutzt.

 

  • 385 kg abgebrannte Brennelemente (951 Stück) wurden in 18 MTR2-Castoren ins Zwischenlager Ahaus geschafft.
  • 200kg hochangereichertes und 100kg schwachangereichertes Uran aus unverbrauchten Brennelementen wurden per Flugzeug nach Russland geflogen (vermutlich ohne genaue Verwendungszusage).
  • 4,5t natürliches und abgereichertes Uran verblieben in Rossendorf.
  • 9.000m² Gelände musste in einem langwierigen Prozeß rückgebaut und saniert werden.
  • 41.000 t Material fiel an, davon sei über 99% vollkommen unbedenklich gewesen, wurde deshalb deponiert oder zur Wiederverwertung freigegeben.
  • 29.400 t davon waren Bausschutt.
  • 0,4 % waren schwach- und mittelradioaktiver Abfall. Der muss nun aber auch noch über 2019 hinaus in Rossendorf zwischengelagert und in den kommenden Jahren endlagergerecht konditioniert und verpackt werden.

Das alles ist sehr teuer.

Aus den Berichten des sächsischen Rechnungshofs geht hervor, dass es bei der transparenten Abrechnung der aufgewendeten Kosten erhebliche Mängel gibt.

  • Die Vorbereitung der Kernmaterialrückführungen kostete 5 Mio €.
  • Der Transport nach Ahaus 1,5 Mio €,
  • die dortige Einlagerung jährlich mindestens 0,2 Mio €.
  • Für die Gesamtlosten können keine Angaben gemacht werden. Bis 2002 seien es ca. 125 Mio € gewesen, der sächsische Haushalt von 2003 sah 16,5 Mio € vor, zwischen 2009 und 2012 waren es ca. 12 Mio € + weitere Entsorgungs- und Zwischenlagerungskosten.
  • Und so weiter und so fort ...

Wenige Jahrzehnte Forschung mit Atomtechnologie wird uns und unsere Nachlkommen noch auf unendlich lange Zeit finanziell, sicherheitstechnisch und gesundheitlich belasten.

Auch dann, wenn in Wannsee das Reaktorgelände zur „grünen Wiese“ geworden und aus dem Atomgesetz entlassen sein wird, wird der radioaktive Abfall des Reaktors vermutlich noch Jahrzehnte (wie auch in Rossendorf) in einem Zwischenlager auf dem Gelände gelagert werden müssen, bis dann schließlich ein Abtransport ins Endlager Schacht Konrad möglich wird. Für den hochradioaktiven Abfall gibt es noch keine Lösung.

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

 

Collage und Text: H.F.

Die älteren Countdown's finden Sie unter dem Menüpunkt "Stilllegung und Rückbau"