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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Am 21.11.2017 startete der vom HZB angeregte Dialogprozess zur Stilllegung und zum Rückbau des Atomreaktors BER II in Wannsee mit einer Infoveranstaltung für die interessierte Öffentlichkeit.

Bei einem ersten weiteren Treffen von Mitarbeitern des HZB und der offenen, zivilgesellschaftlichen Begleitgruppe am 15.01.2018 wurden erste organisatorische Überlegungen angestellt. U.a. wurde auch besprochen, dass das Thema "transparente und allumfassende, auch dissensbeschreibende Öffentlichkeitsarbeit" bei einem der nächsten Treffen der Dialoggruppe intensiv bearbeite werden soll.

So kam es natürlich zu Irritationen, als am 05.02.2018 in der Printausgabe der Märkischen Allgemeinen Zeitung (online ab 16.02.2018: http://www.maz-online.de/Brandenburg/Helmholtz-Zentrum-baut-2019-Reaktor-ab) unabgesprochen und einseitig Informationen des HZB dargestellt wurden.

So wurde u.a. als das Eindampfen des kontaminierten Wassers des Reaktorbeckens als eine schon feststehende Verfahrensweise dargestellt. Mitglieder der Begleitgruppe widersprechen dieser Vorgehensweise vehement und erklären:

Das HZB will das Beckenwasser eindampfen und sich anschließend nur auf den Rest nicht verdampfbarer Aktivität konzentrieren. Das Beckenwasser hat aber eine Aktivität von 50 mCi/m³ an Tritium (3.1.2.3 "Tritiumbildung im Reaktor" Sicherheitsbericht 1982), das wären dann ca.
> 4*E11 Bq und die gehen
bei der Verdampfung zu 100% in die Umwelt. Sicherlich, die Atomaufsicht hat bei der Betriebsgenehmigung für das HZB keinen Grenzwert für Tritium festgesetzt, da man diesen im Betrieb technisch ohnehin schwerlich beeinflussen kann. Man rechnete damals mit eben diesen 4*E11 Bq/Jahr Abgabe an Tritium. Genau diese Herangehensweise ist aber aus unserer Sicht äußerst kritikwürdig. Die jährlichen Wasserverluste über Verdunstung im Normalbetrieb lassen sich vielleicht nicht vermeiden, aber die 200 m³ Tritiumhaltiges Wasser auf einmal über die Luft zu "entsorgen" ist eine technisch vermeidbare Freisetzung.“

Das HZB erklärte daraufhin, keinesfalls eigene Erwartungshaltungen an der Begleitgruppe vorbei in der Öffentlichkeit lancieren zu wollen. Der Artikel beruhe auf einem Informationsbesuch des MAZ-Redakteurs im Anschluss an die öffentliche Informationsveranstaltung im November 2017 und noch vor dem ersten Treffen der Dialoggruppe im Januar 2017. Im Gespräch sei Wert darauf gelegt worden, dass es sich um erste Szenarien und nicht um feststehende Pläne handele. Das HZB habe keinen Einfluß auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung gehabt und betreibe zur Zeit keine proaktive Presse- und Medienarbeit rund um den BER II. Ziel des Dialogprozesses mit der interessierten Öffentlichkeit sei es, die Pläne des HZB offen zu diskutieren und so für gute, praktikable und genehmigungsfähige Vorschläge zu sorgen.

Quo probare est (Was zu beweisen ist).

16.02.2018 HF