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Anti-Atom-Bündnis in Berlin und Potsdam

Pressemitteilungen

Düstere Aussichten für den Katastrophenschutz bei der Berliner Feuerwehr - Forderung zur sofortigen Abschaltung des BER II

Situation:
Über die Berliner Morgenpost (1) informierte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Berlin Sascha Guzy über die dramatische Situation in Berlin: "Die Berliner Feuerwehr steht kurz vor der Handlungsunfähigkeit." Von 41 Katastro­phenschutzfahrzeugen würden in diesem Jahr 21 Fahrzeuge ausgesondert. Ab dem Jahr 2020 stünden nur noch acht Fahrzeuge für den Katastrophenschutz zur Verfügung. Berlins Innensenator versprach der Feuerwehr zwar neue Fahrzeuge, erwartet aber für die Katastrophen­schutzfahrzeuge Unterstützung vom Bund. Man spricht von "Tropfen auf den heißen Stein, die das Problem nicht lösen" und von einer systematischen Vernachlässigung der Sicherheit Berlins (2).

Die Basis des Katastrophenschutzplans um den Atomreaktor BER II in Berlin ist falsch!

Situation:

Das Anti-Atom-Bündnis Berlin Potsdam hatte seit 2012 öffentlich kritisiert, dass der Katastrophenschutzplan für den BER II aus verschiedenen Gründen nicht den worst case Fall abdeckt und damit größere Schutzzonen zu definieren sind.

Die zuständige Atomaufsicht und das BMUB bestreiten diese Kritik:

„Selbst unter der völlig unrealistischen aber konservativen Annahme, dass es
keinerlei Rückhaltung gibt, zeigen die Ergebnisse, dass die gewählten Radien für die Katastrophenschutzplanung ausreichend sind. Für diese einfache Abschätzung bedarf es keiner weiteren Studie“

Der Atomreaktor BERII in Berlin hat kein Containment und damit bundesweit den schlechtesten Schutz gegen terroristische Angriffe!

Atomreaktoren stehen aktuell im Fokus von Terroristen, da eine Beschädigung verheerende Auswirkungen für weite Teile der Umgebung und die Bevölkerung hat. Terror ist immer noch dem geringen Restrisiko zugeordnet!

Politiker glänzten durch Abwesenheit

Am Abend des 05.03.2015 hatte die BI Wannseereaktor dichtmachen eingeladen zur Infoveranstaltung über den Katastrophenschutz mit dem Titel „Kernschmelze und kein Plan?"

Es war eine gut besuchte Veranstaltung mit 70 Personen. Eingeladen waren der Bezirksbürgermeister Herr Kopp, der Landesbranddirektor Herr Gräfeling und die zuständige Senatorin Frau Kolat.

In seinem Vortrag gelang es Alf Jarosch, den verniedlichenden Infofilm des Helmholtzzentrums über den Kernreaktor (www.helmholtz-berlin.de/angebote/arbeiten-lernen/info/material/film_de.html , wurde zwischenzeitlich rausgenommen) fachlich komplett zu widerlegen. Die BI informierte über das Gefahrenpotenzial des Reaktors, und über den völlig unzureichenden Katastrophenschutzplan für den Atomreaktor im Falle einer Kernschmelze. Die BI fordert, die Empfehlungen der Strahlenschutzkommission anzuwenden und die Schutzzone um den Reaktor auf 30km auszuweiten. Dass diese Empfehlung in Berlin bei der betroffenen Bevölkerung von mehreren Millionen Menschen nicht umzusetzen ist, dürfte jedem klar sein. Selbst die Verteilung der Jodtabletten bleibt völlig unklar. Die Fragen zu den Plänen und dem Vorgehen der Behörden wurden von Amts wegen nicht beantwortet, weil die verantwortlichen Politiker durch Abwesenheit glänzten. Es ist zu befürchten, dass diese Politiker auch im Ernstfall auf Tauchstation gehen oder in den nächsten Flieger steigen!